01.04.16 | Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreises

Amphibienschutzmaßnahme in Königswinter

Lebensversicherung für Erdkröte & Co. – Neue Amphibientunnel entlang der K25 vorgestellt

Die neue Amphibienleiteinrichtung an der K25

Sie sind eine dauerhafte Lebensversicherung für Erdkröte & Co., die jüngst entlangder K25 fertig gestellten Amphibienschutzeinrichtungen. Zwischen der L268 bei Kloster Heisterbach und der L490 bei Königswinter-Vinxel entstanden in nur zwölf Wochen sog. „Krötentunnel“, die Lurchen, aber auch anderen Kleintieren, das sichere Queren der Straße ermöglichen. Am Karfreitag konnte die K25 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Damit gehören die amphibienbedingten Straßensperrungen in den Abend- und Nachtstunden endgültig der ergangenheit an. Patrick Andres vom Amt für Kreisentwicklung und Mobilität des Rhein-Sieg-Kreises und Martin Jacobi vom Projektteam chance7 stellten die neuen Amphibientunnel jetzt detailliert vor und erläuterten, wie es gelingt, dass die Kriechtiere auch den Weg durch die Tunnel finden und nicht auf Abwege geraten.

Damit die Lurche nun sicher die Straße passieren können, wurden 1.600 Meter Leitelemente, 14 Fahrbahndurchlässe und zahlreiche Schutzplanken verbaut, die Zufahrten wurden mit sog. Stopprinnen
versehen. Zum Einsatz kamen sog. Stelztunnel, die quer zur Fahrtrichtung eingebaut wurden. „Ich freue mich sehr, dass uns das Projekt chance7 die Chance eröffnet hat, eine dauerhafte Lösung zu realisieren, die die bisher nötigen Straßensperrungen entbehrlich macht und so für Mensch und Natur ein spürbarer Gewinn ist“, betont Dr. Mehmet Sarikaya, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und Mobilität des Rhein-Sieg-Kreises.
Mit einem Spitzenwert von bis zu 7.000 gezählten Tieren gehört die Population im Heisterbacher Tal zu den
größten Amphibienvorkommen im Rhein-Sieg-Kreis. „Dass wir mit chance7 dazu beitragen konnten, einen
dauerhaften Mehrwert für den Naturschutz im Heisterbacher Tal zu schaffen, ist ein großer Erfolg. Durch die
neuen Tunnel können wir die für den ganzen Rhein-Sieg-Kreis bedeutende Population dauerhaft schützen und sichern“, unterstreicht Georg Persch, Projektleiter chance7.Da die Kriechtiere im Laufe des Jahres verschiedene Teil-Lebensräume benötigen, sind sie permanent auf Wanderschaft – zum Laichgewässer, zum Sommer-Domizil oder auch zum Winterquartier. Dabei kreuzen sie immer wieder die Verkehrswege. Während sie der nördliche Wanderkorridor zum Frankenforster Weiher führt, zieht sie der südliche Wanderkorridor zum Schlüsselsweiher. Um die Amphibien zu schützen, wurden im Heisterbacher Tal bereits Ende der siebziger Jahre die ersten Fangzäune errichtet. Ein Anfang der achtziger Jahre extra eingerichtetes Ersatzlaichgewässer sollte die Bewegungen und damit die Gefährdung der Tiere reduzieren, führte aber letztlich nicht zum gewünschten Erfolg. Über das Naturschutzprojekt chance7, das die aktuelle Maßnahme finanziert, konnte jetzt eine dauerhafte Lösung geschaffen werden. Die kalkulierten Gesamtkosten von 479.000 Euro konnten aufgrund eines gut gewählten Bauablaufes und der günstigen Witterungsbedingungen sogar leicht unterschritten werden.

Mit der Ausführung der Arbeiten war die Firma Dr. Fink-Stauf GmbH & Co. KG aus Much beauftragt.