Druck starten



Seite: http://www.chance7.orgaktuelles-alt/mitteilungen/detailansicht.html
Druckdatum: 18. August 2019 - 00:37 Uhr
Navigation: chance7 / Mitteilungen

04.06.18 |

Chance7 und Windecker Landwirtschaft gemeinsam für den Artenschutz und eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft

Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreises

Die Dexter Rinder im Lommerbruch

Die Pächterin mit ihren Dülmener Pferden

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – In Windeck-Dreisel übernehmen einige Landwirtschaftliche Betriebe nun eine Vorreiterrolle: Sie sind eine Partnerschaft mit dem Naturschutzprojekt chance7 des Rhein-Sieg-Kreises eingegangen und unterstützen so den Erhalt vieler selten gewordener Arten im Rhein-Sieg-Kreis. Extensive Landwirtschaft nennt sich das, was künftig in Windeck-Dreisel aber auch anderswo auf Flächen von chance7 praktiziert wird: Das ist ein Konzept, nach dem Flächen nur sehr zurückhaltend bewirtschaftet werden.

 

Diese Form der Beweidung im Bereich der ehemaligen Siegschleife bei Dreisel mit alten Nutztierrassen hat das Naturschutzprojekt chance7 des Rhein-Sieg-Kreises initiiert. Die Maßnahme wurde nun vorgestellt. „Intensive Landwirtschaft verdrängt viele Tiere und Pflanzen. Die extensive Bewirtschaftung durch Beweidung schafft jedoch verschiedene Lebensräume und führt zur Rückkehr seltener Tier- und Pflanzenarten“, erklärt Ralf Badtke vom Naturschutzprojekt chance7. Zudem wird dadurch ein vielfältiges und abwechslungsreiches Landschaftsbild erhalten.

 

Die ehemalige Siegschleife und die Siegauen bei Dreisel stehen bereits seit einigen Jahren unter Naturschutz. Hier sollen sich auf Wiesen und Weiden wieder heimische Pflanzen und Tiere ansiedeln. Das klappt jedoch nur, wenn auch die ansässigen Landwirte mitmachen. Zuverlässige Partner für dieses Projekt des Rhein-Sieg-Kreises sind die Landwirtin Helga Höhler sowie die Landwirte Bernd Machate, Heinz Willi Gauchel und Jan Joest. Sie stellen Dexter- und Galloway-Rinder sowie Dülmener Pferde und einen Fuhrpark an Landmaschinen zur Verfügung.

 

Die Flächen werden alle nicht gedüngt. Einige Bereiche dieses Gebietes werden gemäht (allerdings seltener als üblich) und andere mit weniger Tieren beweidet. Gleichzeitig beweiden die Schaf- und Ziegenherden der Biostation weitere Flächen.

 

„Ein weiterer positiver Effekt dieser Form der Beweidung ist die Eindämmung der Herkulesstaude, die sich auf den großen Flächen angesiedelt hat und dabei ist, die einheimische Vegetation zu verdrängen. Denn die Tiere der Landwirte fressen gefahrlos – ganz im Gegensatz zu den Menschen, die bei Kontakt mit dem Saft der Pflanze Verbrennungen erleiden – die Jungpflanzen dieser Staude oder zertrampeln diese“, informiert Christoph Schwarz, als zuständiger Dezernent des Rhein-Sieg-Kreises.