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28.04.11 | Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreises

chance.natur nimmt Fahrt auf

Projekt in Umweltausschüssen vorgestellt

Rhein-Sieg-Kreis (rl) - Der Natur eine Chance geben durch „chance.natur“. So könnte die Kurzform dessen sein, was sich hinter dem Projekt „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“ verbirgt. Ziel des Förderprogrammes „chance.natur“ des Bundesumweltministeriums ist es, Biotopverbundsysteme zwischen Siebengebirge und Leuscheid zu schaffen und so Lebensräume von Arten mit bundesweiter Bedeutung zu erhalten und zu verbessern. Ein ambitioniertes Unterfangen, bei dem der Rhein-Sieg-Kreis nun schon erste wichtige Schritte gemacht hat:In allen Umweltausschüssen der sechs beteiligten Kommunen Königswinter, Bad Honnef, Sankt Augustin, Hennef, Eitorf und Windeck wurde das Projekt erstmals vorgestellt und beraten – ein erster Aufschlag für eine kontinuierliche Einbindung der Städte und Gemeinden im Fördergebiet.

 

Zum 1. Februar hat das neue Projektbüro, das sich ausschließlich um das Förderprogramm kümmern wird, seine Arbeit im Siegburger Kreishaus aufgenommen. Als Projektleiter konnte Georg Persch gewonnen werden, der bis dahin die untere Landschaftsbehörde im Kreis Euskirchen leitete und aus der erfolgreichen Durchführung des chance.natur-Projektes „Ahr-2000“ umfangreiche Erfahrungen mitbringt.In einer ersten Phase (bis Mitte 2013) wird für das Fördergebiet - das Siebengebirge, das Pleiser Hügelland, die Oberhau/Eudenbach, das Krabachtal, die Leuscheid und die Bläulingswiesen bei Windeck mit zusammen 10.000 ha - ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet. Mit der Erstellung wurde kürzlich das Planungsbüro Grontmij GmbH (vormals Gesellschaft für Landeskultur, GfL) aus Koblenz beauftragt. „Der Pflege- und Entwicklungsplan formuliert die künftigen Ziele für die Entwicklung der Landschaft in der Region und wird konkrete Vorschläge für Maßnahmen entwickeln“, so Georg Persch. Er ist damit die Grundlage für die spätere Umsetzung im Projektgebiet. Jede Maßnahmenentwicklung bedarf jedoch zuerst einer gründlichen Analyse.

 

Und genau damit beginnt die Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplanes. Zunächst wird der Bestand von Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen in den Gebieten erfasst und kartiert und der ökologische Zustand insgesamt beschrieben. Außerdem sollen Land- und Forstwirte zu ihrer einzelbetrieblichen Situation befragt werden. Dabei wird geklärt, wie mögliche Projektmaßnahmen aussehen müssen, damit sie in den Betrieb passen oder auch eine Chance zur betrieblichen Entwicklung darstellen; die Land- und Forstwirte sind wichtige Partner im Projekt, weil sie als mögliche Akteure bei der Umsetzung der Maßnahmen zu allererst in Frage kommen. Auch der Bereich Freizeit und Erholung wird ausführlich untersucht, um beispielsweise Perspektiven für den Ausbau eines naturverträglichen Tourismus im Gebiet zu entwickeln. Das Planungsbüro Grontmij nimmt seine Arbeit ab sofort auf; begleitend wird eine Arbeitsgruppe aus allen in der Region tätigen Akteuren mit Landschaftsbezug eingerichtet.

 

Auch die breite Öffentlichkeit wird aktiv eingebunden werden. In einer zweiten Phase (ab Mitte 2013) werden die entwickelten Maßnahmen umgesetzt, und zwar dann, wenn sie fachlich geeignet sind und gleichzeitig im Konsens mit Eigentümern und Nutzern der Flächen realisiert werden können. „Eine Beteiligung am Projekt ist absolut freiwillig“, versichert Georg Persch. „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine breite Unterstützung z.B. bei den landwirtschaftlichen Betrieben erfahren werden, die bei einer Teilnahme selbstverständlich eine angemessene Vergütung erhalten, wenn es etwa um aktive Pflegemaßnahmen geht“, so der Projektleiter weiter. In Einzelfällen können auch Projektmittel zum Grunderwerb, zum Tausch von Flächen oder für Pachtmodelle eingesetzt werden. Für die Umsetzung steht dabei genügend Zeit zur Verfügung: Das Projekt ist bis zum Jahr 2023 angelegt – bis dahin stehen Fördergelder bereit, um eine nachhaltige Landschaftsentwicklung sicherzustellen.