05.12.18 |

Umfangreiche Freistellungsarbeiten starten im Verlauf des Winters

Erhalt von besonderen Lebensräumen und Arten

Das Freistellen trockenwarmer Hänge und Obstwiesen

erfolgt in diesem Winter in größerem Maßstab

Rund um und im Siebengebirge aber auch an anderen Stellen im Rhein-Sieg-Kreis finden sich Biotope und Arten die für NRW einmalig und sogar bundesweit von Bedeutung sind. Dazu zählen z.B. die ehemals durch Wein- und Obstanbau geprägten Hänge am Fuß des Siebengebirges und einige stillgelegte Steinbrüche. Diese sonnenverwöhnten Wärmeinseln beherbergen eine eigene, seltene Flora und Fauna. Das Naturschutzprojekt chance7 hat sich zum Ziel gesetzt diese Bereiche zu erhalten und zu fördern. Seit Mitte November kann man deshalb bereits am Kellerberg in Königswinter die Motorsägen hören. Ab Anfang Dezember folgen hier unterhalb des Jufa-Hotels, sowie im und rund um das Siebengebirge weitere Maßnahmen.  Dazu zählen die ehemaligen Steinbrüche Stenzelberg, Weilberg, Wolkenburg, Rabenlay, Eulenberg und Eudenberg oder auch die  ehemalige Siegschleife bei Windeck Dreisel.

 

Noch bis Ende Februar 2019 sollen hier Gehölze gefällt und Buschwerk zurück geschnitten werden. Dies dient dazu die Flächen wieder offener und besonnter zu gestalten um den bedrohten Arten wieder mehr Lebensraum zu geben. Zu diesen Arten zählen z.B. seltene Reptilien wie Zaun- und Mauereidechse, Vogelarten wie die Zippammer aber auch diverse Insekten wie verschiedene Schmetterlings und Grashüpferarten.

Aber auch für Wanderer und Erholungssuchende haben die von chance7 durchgeführten Maßnahmen einen positiven Effekt, indem sie zur Bereicherung des Landschaftsbildes beitragen und somit eine willkommene Abwechslung bieten.

Die Beräumung des anfallenden Schnittguts wird voraussichtlich noch bis April andauern, wobei mancherorts aufgrund der Unzugänglichkeit der Flächen für Maschinen die Verbrennung des Materials vor Ort in Abstimmung mit den zuständigen Behörden als einzige Alternative in Frage kommt.

 

Um den Wiederaustrieb der beseitigten Gehölze zu minimieren und die Nachhaltigkeit der Freistellungsmaßnahmen zu gewährleisten, werden in den Folgejahren stellenweise Nachpflegearbeiten (Mahd von jungen Gehölztrieben) durchgeführt.

Langfristig sollen die Flächen aber von Schafen und Ziegen offen gehalten werden. Hierzu arbeitet chance7 derzeit an einem Beweidungskonzept.