16.08.16 |

Zottelige Landschaftspfleger nehmen ihre "Arbeit" auf

Brachliegende Feuchtwiese im Ravensteiner Tal wird wieder naturverträglich beweidet

Hochlandrinder auf der Feuchtwiese

2015 in die Umsetzungsphase gestartet, realisiert chance7 auch in diesem Jahr weitere Maßnahmen zur Förderung von Natur und Landschaft in unserer Region. Eines der Ziele des Naturschutzgroßprojektes ist der Erhalt von artenreichen Wiesen und Weiden durch eine naturverträgliche Nutzung.

 

So auch im Ravensteiner Tal bei Hennef-Uckerath: Dort konnte aus Projektmitteln eine seit Jahren brach liegende Fläche erworben werden. Auf ihr „arbeiten“ seit Mitte August zottelige Hochlandrinder (Highland Cattles) für den Naturschutz. chance7-Projektreferent Ralf Badtke und Landwirt Marc Liessem, der die Fläche bewirtschaftet, stellten die Maßnahmen am 16.8.2016 gemeinsam vor.

 

Die 1,7 Hektar große Talwiese wurde bereits früher als Rinderweide genutzt. In den feuchteren Mulden blühten im Frühjahr noch Sumpfdotterblumen und Kuckuckslichtnelken. Aber dadurch, dass die Fläche schon lange brach gelegen hat, ging der Artenreichtum langsam zurück. Außerdem drängt vom Bach her bereits das Indische Springkraut in die Fläche. Die nichtheimische Pflanze zählt zu den sogenannten invasiven Arten, die nach einigen Jahren ganze Flächen überwuchern können. Insbesondere auf brachliegenden Flächen kann sie sich stark ausbreiten.

 

Wenn allerdings Rinder eine Fläche beweiden, kann man dieser Entwicklung gut entgegenwirken und die Artenvielfalt sogar wieder steigern. Durch die Maßnahme soll aber nicht nur der Artenreichtum der Pflanzenwelt profitieren, sondern auch Amphibien und verschiedene Insektenarten wie Grashüpfer, Schmetterlinge und Libellen sollen im Ravensteiner Tal wieder ein Zuhause finden.

 

Mit Landwirt Marc Liessem aus Hennef-Uckerath konnte jetzt ein Rinderhalter gefunden werden, der die Fläche im Sinne von chance7 bewirtschaftet. Er wird die Talwiese nicht düngen und mit einem niedrigeren Viehbesatz als allgemein üblich arbeiten. So bleiben immer auch einige Pflanzen stehen - davon profitieren wiederrum viele Tierarten.

 

Die eingesetzten Schottischen Hochlandrinder sind sehr robust und leisten ihre „Arbeit“ genügsam. Die Highland Cattles sind im Vergleich zu anderen Rinderrassen echte Leichtgewichte. So entstehen auf der stellenweise sumpfigen Wiese kaum Trittschäden.

 

Die Fläche ist relativ schmal und lang und so mussten insgesamt gut 700 Meter Weidezaun errichtet werden. Die Kosten für die Umzäunung der Wiese wurden komplett von chance7 übernommen. So konnte das Naturschutzgroßprojekt aktiv dazu beitragen, dass die Fläche dauerhaft erhalten werden kann. Denn nur durch diese finanzielle Unterstützung aus Projektmitteln ist das Projekt für Landwirt Liessem überhaupt wirtschaftlich.

                                          

Übrigens: chance7 plant weitere ähnliche Projekte auch in anderen Bereichen des Rhein-Sieg-Kreises. Schon in Kürze wird die Umzäunung von mehreren Hektar Auenwiesen bei Windeck-Dreisel fertiggestellt. Auch hier sollen die Flächen schon bald naturverträglich mit Rindern beweidet werden.