Chance7 - Biotopverbund und Zielarten

 

Das Förderprojekt wird Biotope verbinden - Repräsentative Arten verdeutlichen den Anspruch

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Biotopverbundplanung

Die repräsentativen Landschaftsräume im Projektgebiet dienen, sowohl jeweils in sich als auch in ihrem Zusammenspiel, zahlreichen, oft gefährdeten Arten und Lebensgemeinschaften als Rückzugs- und Regenerationsraum und tragen so zur Wahrung der biologischen Vielfalt bei. Diese Funktionen können sie aber nur dann erfüllen, wenn sie über ein System von Verbundachsen miteinander in Verbindung stehen. Denn oftmals sind die einzelnen Populationen in unserer doch recht dicht besiedelten und genutzten Kulturlandschaft isoliert, sodass ein Austausch untereinander nicht möglich ist. Das Förderprojekt soll deshalb zu einer intensiveren Vernetzung der Lebensräume der Pflanzen- und Tierarten und damit zum Erhalt der gefährdeten Arten und Lebensgemeinschaften beitragen.

 

Zielarten im Projektgebiet


Die nachfolgenden Arten wurden ausgewählt, weil sie im Projektgebiet hier zum einen ihren Verbreitungsschwerpunkt in der Region haben, zum anderen auf gezielte Maßnahmen angewiesen sind, um die Stabilität der im deutschlandweiten Kontext wichtigen Populationen zu erhalten und zu festigen. Die Arten sind darüber hinaus für das Gebiet insgesamt und die jeweiligen Teilräume repräsentativ. Anhand der für die Zielarten ermittelten Populationsgrößen bzw. Individuenzahlen und der Verbreitung soll in den nächsten Jahren auch der Projekterfolg überprüft und dokumentiert werden. Sämtliche Zielarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt.

 

 

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Wildkatze ©piclease/G.Pauluhn

Wildkatze (Felis silvestris)

Die Wildkatze war noch im 19. Jahrhundert in NRW in den bergigen Regionen flächig verbreitet. Aktuell gilt sie als vom Aussterben bedroht. Ihr Bestand wird auf 250-300 Exemplare mit Schwerpunkten in der Eifel und in Ostwestfalen geschätzt. Die Population in der Eifel ist Teil des deutschen Verbreitungszentrums und gehört zu den größten der Art in ganz Mitteleuropa. Im Projektgebiet konnte die Wildkatze im letzten Jahr erstmalig nachgewiesen werden, weitere aktuelle Meldungen kommen aus Waldgebieten südlich des Projektgebietes.

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Gelbbauchunke ©piclease/S.Kostyra

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

In NRW erreicht die Gelbbauchunke ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Hier kommt die vom Aussterben bedrohte Art vor allem in den Randlagen der Mittelgebirge vor, im Projektgebiet zumeist in zahlreichen und isolierten Vorkommen, darunter auch das größte Vorkommen in NRW in der Tongrube Niederpleis. Schwerpunkt der Biotopverbundplanung im Rahmen von chance7 soll die Vernetzung der dortigen Population mit den im Höhengebiet bei Eudenbach bestehenden Vorkommen sein, aber auch die Sieg aufwärts gelegenen Teilpopulationen sind einzubeziehen.

Die Planung ergänzt das bundesweite Projekt des NABU "Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland". Informationen des BMU finden Sie hier.  

 

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Rotmilan ©piclease/C.Kittel

Rotmilan (Milvus milvus)

Etwa 65 % des Weltbestandes des Rotmilans kommen in Deutschland vor. Das Projektgebiet liegt in einem seiner Verbreitungsschwerpunkte. Hier leben 15-20 Brutpaare, eine für NRW herausragende Population. Der Rotmilan ist eine Charakterart der strukturreichen Kulturlandschaft und somit ein besonders typischer Vogel des Projektgebiets.

 

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Schwarzstorch ©piclease/Günter Hahn

Schwarzstorch (Ciconia nigra)

Das Vorkommen des Schwarzstorchs beschränkt sich in NRW auf die Mittelgebirgsregionen des Weserberglandes, des Sieger- und Sauerlandes, des Bergischen Landes und der Eifel. Seit den 1980er Jahren ist eine kontinuierliche Bestandszunahme zu verzeichnen, im Jahr 2006 wurden etwa 80 Brutpaare festgestellt. Im Projektgebiet sind mehrere Brutpaare bekannt. Gemeinsam mit dem Schwarz- und Mittelspecht  ist der Schwarzstorch Indikatorart für den Zustand der Waldökosysteme im Gebiet.

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Maculinea nausitous ©piclease/A.Schuster

Ameisenbläulinge (Maculinea teleius und M. nausithous)

In NRW ist der Helle Ameisenbläuling (M. teleius) vom Aussterben bedroht. Die einzigen bekannten Vorkommen befinden sich im Projektgebiet, bilden also die Nordgrenze der Verbreitung. Der Dunkle Ameisenbläuling (M. nausithous) gilt in NRW als stark gefährdet; ein Schwerpunktvorkommen dieses Falters in NRW liegt im Siegtal.
Darüber hinaus gibt es individuenstarke Populationen am südlichen Rand des Projektgebietes an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Inwieweit eine Vernetzung dieser Population mit derjenigen im Siegtal realistisch und sinnvoll ist, soll im Projekt geprüft werden.

 

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Steinkrebs ©S. Kaminsky

Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)

Der Steinkrebs besiedelt naturnahe Quellbäche und Fließgewässer. Aufgrund der Bedrohung durch die „Krebspest“ ist die Art in ihrem Bestand stark gefährdet. Aus NRW sind nur drei Vorkommen bekannt, zwei davon stammen aus dem Siebengebirge. Auch hier soll versucht werden, die kleine Population zu stützen und gegebenenfalls auf weitere Gewässerabschnitte auszudehnen. Gleiches gilt auch für den ebenfalls gefährdeten Edelkrebs (Astacus astacus).

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Mauereidechse ©C.Chmela

Mauereidechse (Podarcis muralis)

Die natürlichen Vorkommen der Mauereidechse in NRW beschränken sich auf die Eifel und das Siebengebirge. Alle weiteren Vorkommen sind auf Aussetzungen bzw. Ansiedlungen durch den Menschen in den letzten 20 Jahren zurückzuführen. Aufgrund ihrer eingeschränkten Verbreitung und zunehmender Verbuschung ihrer Lebensräume ist sie auch im Siebengebirge in ihrem Bestand bedroht, zumal der dortige Gesamtbestand auf lediglich 60 oft isolierte Vorkommen geschätzt wird.