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Druckdatum: 18. April 2019 - 07:36 Uhr
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Chance7 - Die Planung


Fachlich Fundiert,  abgewogen und transparent

Das Projekt chance7 möchte die vielfältige Natur- und Kulturlandschaft zwischen dem Siebengebirge und der mittleren Sieg erhalten und für Arten und Lebensräume eine optimale Entwicklung dauerhaft gewährleisten. Um hierfür die richtige Strategie und die wirksamsten Maßnahmen zu erarbeiten, bedurfte es einer fundierten Planung. In der ersten Phase des Projektes (heute als Projekt I bezeichnet) wurde dazu ein sogenannter Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) erstellt. 

 

In einem ersten Schritt wurden hierfür zunächst vorhandene umfangreiche Unterlagen zu ökologischen, kulturhistorischen und vielen weiteren Aspekten gesichtet und ausgewertet. Von Mai 2011 bis zum Sommer 2012 erfolgte dann die flächendeckende Kartierung von Lebensräumen sowie auf ausgewählten repräsentativen Flächen zusätzlich eine Erhebung wichtiger Tierarten und -gruppen wie auch der Vegetation. Diese Bestandsaufnahme bildete die Grundlage für die Beurteilung des Zustandes der Natur in der Region und den hieraus resultierenden Handlungsbedarf. 

Die sozioökonomische Analyse - wie wirkt sich die Planung aus?

 

Ergänzend zur naturschutzfachlichen Planung wurde unter anderem mittels zahlreicher Befragungen und Gespräche sowohl die gesamtökonomische als auch die einzelbetriebliche Situation der Land- und Forstwirtschaft im Projektgebiet analysiert. Gemeinsam mit den Betroffenen beleuchtete das Planungsbüro die möglichen Auswirkungen des Projektes insgesamt und vor allem der beabsichtigten naturschutzorientierten Entwicklungen auf Betrieb und Nutzungen. Entsprechendes erfolgte auch für den Bereich Freizeit und Erholung/Tourismus. Zielsetzung dieser Analyse war es, die Umsetzung der geplanten Maßnahmen und die langfristige Pflege der geschaffenen Biotope so zu gestalten, dass sie mit den bestehenden oder weiterentwickelten betrieblichen Strukturen realisiert und dauerhaft gesichert werden können.

 

Auf Basis dieser Verschneidung von naturschutzfachlichen, betrieblichen und sonstigen Belangen wurden dann Entwicklungsräume abgegrenzt und beschrieben und kleinräumig Entwicklungsziele erarbeitet. Darauf aufbauend erfolgte schließlich eine parzellenscharfe Maßnahmenplanung. Der PEPL diente als Grundlage für den Antrag auf Förderung des Projektes II, in dem seit Frühjahr 2015 die Umsetzung und Durchführung der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen erfolgt.

 

Mit der Erstellung des PEPL im Rhein-Sieg-Kreis wurde seinerzeit das Büro Grontmij (vormals GfL) aus Koblenz beauftragt. Den PEPL für den Teilbereich in der Bundesstadt Bonn erarbeitete das Büro "Gesellschaft für Umweltplanung" (GfU) aus Bonn.

Kooperation und Moderation

 

In die Planungen wurde auch die Bevölkerung intensiv eingebunden. Hierzu bestanden verschiedene Arbeitsgruppen und Foren, in denen eine Mitwirkung ermöglicht wurde. Zentrales Lenkungsgremium dabei war die sogenannte "Projektbegleitende Arbeitsgruppe" (PAG), in der die Kommunen sowie alle wesentlichen Behörden und Institutionen vertreten waren. In der PAG wurden alle wichtigen Planungsschritte und die Ergebnisse aus den verschiedenen Unterarbeitskreisen erörtert.

 

Unterarbeitskreise (UAK) wurden zu den Themenfeldern

  • Naturschutz - Gewässerschutz
  • Landwirtschaft
  • Wald und Jagd     sowie
  • Natur erleben - Natur schonen

eingerichtet. Hier wurden die konkreten Planungen ausführlich diskutiert und Empfehlungen an die PAG erarbeitet.

 

Zusätzlich wurde das Verfahren zur Erarbeitung der Planung und des Förderanatrages für das Projekt II durch ein professionelles Kommunikationsbüro moderiert. Ziel des Moderationsverfahrens war die konstruktive Begleitung der Erarbeitung des PEPL, damit dieser in der Region eine breite Akzeptanz finden sollte. Durch die Moderation sollten die Zielsetzungen des PEPL und die sich anschließende Umsetzung der Maßnahmen (Projekt II) im Dialog erarbeitet werden. Das Land NRW hatte hierzu das Team Ewen aus Darmstadt gewinnen können, das bereits zahlreiche andere Naturschutz- und sonstige Großprojekte begleitet hatte, so unter anderem die Naturschutzgroßprojekte Ober Ahr-Hocheifel und Grünes Band-Eichsfeld-Werratal oder das Verfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens.