Photo: piclease/F.Herrmann

Chance7 - Unsere "Leuchttürme"

 

Was wir gerne zuerst umsetzen würden - natürlich mit Ihrer Unterstützung

 

Die Aufgabe, die Projektziele währendend der 10-jährigen Umsetzungsphase zu realisieren, ist mehr als anspruchsvoll. Neben dem hohen Maß an Flexibilität, die ein solch langfristig angelegtes Naturschutzprojekt immer erfordert, gilt es vor allem, Prioritäten zu setzen. Diese Priorisierung ist deshalb integraler Bestandteil der Maßnahmenplanung.

Dabei stehen naturschutzfachliche Erwägungen im Vordergrund: Wo sind Arten und Population besonders stark gefährdet? Wo gibt es die schnellsten Zugriffe auf Flächen? Womit erreiche ich den größten Nutzen für Tiere, Pfanzen und Lebensräume?

 

Darüber hinaus fließen in die Priorisierung auch andere Ergebnisse der Planung ein, so eine etwaige Mitwirkungsbereitschaft von Flächeneigentümern und sonstigen Akteuren oder eine besondere Signalwirkung, die von der Maßnahme ausgehen kann.

 

Planungsbüro und Projektträger haben sich deshalb bereits frühzeitig Gedanken zu möglichen "Leuchttürmen" gemacht, mit denen die Umsetzungsphase gestartet werden soll. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nur in diesen Bereichen Maßnahmen umsetzen wollen und streng an diese Priorisierung gebunden sind. Sollten sich ähnlich geeignete Bereiche als leichter entwickelbar erweisen, werden wir dem sicher auch Rechnung tragen.

 

In der nachfolgenden Tabelle ist der aktuelle Planungsstand hierzu dargestellt. Zusätzlich finden Sie die Abgrenzungen dieser Teilräume auch in der entsprechenden Übersichtskarte, die Sie links im Fenster herunterladen können. Detailkarten öffnen sich beim Klick auf die Gebietsbezeichnung. Auch sind die Gebiete in den im Kartenserver eingestellten thematischen Karten jeweils als weiteres Thema zuschaltbar.


 

Übersicht über die zur Zeit angedachten "Leuchttürme"

 

NummerTitelBeschreibung
1

Streuobstwiesen Oberdollendorf

Wiederherstellung eines größeren Streuobstwiesenkomplexes mit anschließender Etablierung eines Beweidungssystems;  Naturerleben;
Zielarten:  Arten der Streuobstwiesen, z.B. Gartenrotschwanz, Fledermäuse, Steinkauz, historische Obstsorten
2Kulturlandschaft Rheinhänge Menzenberg

Wiederherstellung einer historischen Landschaftssituation durch Freistellung alter Weinbergsbrachen und Streuobstwiesen; Entwicklung von Magerrasen mit eingestreuten Eichenkrüppelwäldern, Revitalisierung eines ehemaligen Weinbergs;  Etablierung eines Grünlandmanagements, insbesondere eines Hütesystems mit Schafen, Ziegen oder Extensiv-Rinderrassen; Förderung des Natur- und Kulturerlebens;

Zielarten: Reptilien, Zippammer, Magerrasen- und Saumarten

3Waldlandschaft südliches SiebengebirgeErhalt und Entwicklung einer geschlossenen weitgehend unzerschnittenen Waldlandschaft mit zahlreichen Sonderstandorten wie Bruchwäldern, Pfeifengraswiesen und Felsbiotopen; Sicherung, Ausweitung vorhandener und Neuanlage von Waldwiesen und Waldinnensäumen als Lebensraum für Gelbbauchunke, Fledermäuse und andere gefährdete Arten/Tiergruppen, auch in Verbindung mit einem Wildmanagement; Vernetzung und Ergänzung von Wildnisflächen zwecks Optimierung des Lebensraums für die Wildkatze;
Zielarten: Wildkatze, Schwarzstorch, Spechtarten, Uhu, Rot- und Schwarzmilan, Gelbbauchunke sowie Fledermäuse, Kleinsäuger, Saumarten, Arten der Borstgrasrasen und Pfeifengraswiesen
4Unteres PleistalEntwicklung der Pleisbachaue als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Arten, Entwicklung und Ausweitung von artenreichem Grünland, insbesondere durch weitere Extensivierung und Umstellung des Bewirtschaftungsregimes auf extensive Beweidung mit Robustrassen; hierdurch Förderung eines Biotopverbundsystems für die Gelbbauchunke als Folgeeffekt der Beweidung; Stärkung des Natur- und Kulturerlebens im Pleistal, soweit sinnvoll, am Standort Pleistalwerk,
Zielarten: Gelbbauchunke, Eisvogel, Auen- und Grünlandarten
5Wälder am Hinsberg

Entwicklung naturnah bewirtschafteter Wälder mit einer natürlichen Verjüngung, auch unter Nutzung des Mittelwald-Prinzips; Schutz von Waldsiefen und Quellen, Herstellen von Waldmänteln; Vernetzung von Habitaten;

Zielarten: Spechte und andere Waldarten 

6Natur- und Kulturlandschaft DachsbergStabilisierung/Arrondierung der Dachsbergheide und Entwicklung weiterer potentieller Heidestandorte, dauerhafte Offenhaltung des Steinbruchs, Umbau von Nadelholz dominierten Wäldern in naturnahe Laubwälder; Verlichtung von Bereichen zur Vernetzung von Saumarten im Wald;
Zielarten: Arnika, Läusekraut, Gelbbauchunke, Wildkatze, weitere Heide- und Saumarten
7Heidelandschaft Komp/EudenbachStabilisierung und deutliche Ausweitung des Heide-Maggerrasen-Komplexes, insbesondere durch Rücknahme der Nadelholzbestockung auf staunassen Standorten; neben der Mahd von Teilbereichen ergänzende Etablierung eines Hütesystems mit Schafen und Ziegen, Optimierung angrenzender Waldlebensräume;Stärkung des Aspektes Naturerleben (Rundweg) im Zusammenhang mit den angrenzenden Schutzgebieten in Rheinland-Pfalz
Zielarten: Lungenenzian, Glockenheide, Beinbrech, Torfmoose, Bärlappe, Braunkehlchen, Zauneidechse, Schlingnatter, Heidegrashüpfer, Argusbläuling
8Bennerscheider Heide

Sicherung/Erlebbarmachen eines Boden- und Kulturdenkmals, Entwicklung von Biotopkomplexen mit dominierender Trockener Heide;

Zielarten: Baumpieper, Zauneidechse, Heidearten

9Kulturlandschaft EulenbergErhaltung eines ökologisch bedeutsamen ehemaligen Steinbruchs mit zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten durch Freistellen verbuschter Bereiche und anschließende extensive Beweidung, gezielte Maßnahmen zur Vermittlung der Naturschutzinformation in Verbindung mit der Besucherlenkung, Erhalt von Äckern mit besonderer Segetalflora, Streuobstwiesen und artenreichem Grünland,
Zielarten: Gelbbauchunke, Zauneidechse, Ackerwildkräuter, Obstsorten
10Wiesenlandschaft Eichholz/LückertErhalt/Entwicklung von artenreichem Grünland und Streuobstwiesen, Aufbau eines Kompetenz-Netzwerks "Streuobst" ;
Zielarten: Steinkauz, Ameisenbläulinge, Wiesenbrüter und Arten der offenen Kulturlandschaft, z.B. Braunkehlchen, Schwarzkehlchen
11Alte Siegschleife DreiselEntwicklung eines zentralen Lebensraums für den Hellen und Dunklen Ameisenbläuling, Entwicklung von Feucht- und Nassgrünland, artenreichen Frischwiesen, Obstwiesen und naturnahen Waldbereichen und Gehölzinseln. Herstellung eines vernetzenden Grünlandbandes zwischen der alten Siegschleife und der Sieg, Erweiterung des Grünlandes in den Auen der Bäche durch Beseitigung standortfremder Nadelwaldbereiche und Umwandlung in Grünland. Grünlandmanagement durch Mahd und extensive Beweidung, Herstellung eines Grünlandbandes zur Sieg hin, in den Bächen Sohlanhebung zur Verbesserung der Beziehung Gewässer - Aue; Verbesserung des Aspektes Naturerleben in der alten Siegschleife,
Zielarten/Sorten : Ameisenbläulinge, Steinkauz, Neuntöter, Bekassine, Wiesenbrüter, Insektenfauna, alte Obstsorten