Maßnahmen in Weinbergsbrachen, in Streuobstwiesen und im Grünland


Nicht nur die Forstwirtschaft, auch die Landwirtschaft kann und soll wesentlich zum Gelingen des Projektes beitragen.

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Freistellungen


Die ehemals großflächig offenen Rheinhänge stellen den Schwerpunkt der Entbuschungsmaßnahmen dar. Der Verbuschungsgrad auf den meist steilen Hängen reicht von Brombeer- und Schlehengebüsch bis hin zu Vorwald und jungen Waldstadien. Die Maßnahmen sind arbeits- und kostenintensiv, daher ist eine langfristige Pflege z.B. durch Wiederaufnahme einer Grünlandnutzung zu gewährleisten.

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Anlage und Wiederherstellung von Trockenmauern

 

Die Trockenmauern in den ehemaligen Weinbergen und Obstwiesen an den Rheinhängen blieben teilweise erhalten. Sie bilden wichtige Habitate für Zaun- und Mauereidechse sowie für Heuschreckenarten. Die verbliebenen Mauern werden gesichert, freigestellt und durch weitere Mauern ergänzt werden, um ökologische Trittsteine zwischen den Felsen der Steinbrüche zu bilden.

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Obstbaumpflege und -pflanzung, Erziehungsschnitt

 

Zur Neubegründung von Obstwiesen werden Pflanzungen bevorzugt auf ehemaligen Obstwiesen-Standorten und ehemaligen Weinbergen vorgesehen. Dabei werden im Projektgebiet vorkommende, alte Obstsorten verwendet und deren fachgerechter Schnitt dauerhaft gesichert.
Viele Obstbäume mittleren Alters sind seit Jahren nicht gepflegt worden. Zur Entlastung und Revitalisierung der Krone sind ein geeigneter Schnitt und die Entfernung von Totholz erforderlich. Bei alten Obstbäumen sind Regenerationsschnitte zur Erhaltung nötig.

Grundsätzlich soll es aber nicht bei den klassischen Biotop- und Artenschutzaßnahmen bleiben. Uns ist klar, dass der Lebensraum Obstwiese nur dann eine Zukunft hat, wenn er eine neue Wertschätzung durch die Bevölkerung erfährt. Deshalb wollen wir ein verstärktes Interesse auch an der Nutzung des Obstes wecken und gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Naturschutz und den Produzenten von Säften und anderen Produkten Ernte- und Vermarktungsinitiativen (weiter-)entwickeln. Für Besitzer und Pächter von Obstwiesen werden wir Schnittkurse anbieten sowie die Ausbildung von Baumwarten anstreben, die dann wieder als kompetente Ansprechpartner und Multiplikatoren in der Region wirken können. Die gezielte Anzucht historischer Obstsorten bildet einen wichtigen Baustein zur Förderung der Biodiversität.  

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Extensivierung von Grünland

 

Mit unterschiedlicher Zielrichtung wird das Grünland extensiviert und zu artenreichem Grünland entwickelt. Es kann sich dabei um die Zielrichtung wechselfeuchtes Magergrünland handeln (zur Heideentwicklung) oder um die Zielrichtung Wiesenknopf-Glatthaferwiesen (zur Förderung der Ameisenbläulinge). In der Regel wird in den ersten Jahren durch mehrmaligen Schnitt eine Aushagerung der Standorte erreicht, der in den Folgejahren eine zweimalige Mahd mit Entfernung des Mähgutes folgt. Dieses soll dabei soweit möglich in den landwirtschaftlichen Betrieben verwertet werden.
Um eine dauerhafte Beweidung zu ermöglichen, ist auf einem Teil der Flächen eine Einzäunung mit ortsüblichem Weidezaun vorgesehen.

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Optimierung von Feucht- und Nasswiesen

 

Vorhandene Bestände von Feucht- und Nasswiesen können aufgrund von Nutzungsaufgabe degeneriert sein. Zur Optimierung ist dann eine Erstpflege (z.B. Anpassung des Reliefs und Entfernung von Gehölzsprösslingen) erforderlich. Es schließt sich regelmäßige Nutzung durch einschürige Mahd oder extensive Beweidung an, die unerwünschte konkurrenzstarke Arten wie den Adlerfarn zurückdrängen und die Entwicklung artenreichen Grünlandes ermöglichen.

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Entwicklung von Heiden und Grünland auf Waldstandorten

 

Zur Ausbreitung von Pfeifengraswiesen, Feuchtheiden und auch Bläulingswiesen werden in verschiedenen Bereichen Fichtenforste und jüngere Laubholzbestände entfernt. Bei den dafür vorgesehenen Standorten handelt es sich um Flächen, auf denen vormals die genannten Biotope ausgebildet waren bzw. die standörtlich geeignet sind.
Zur Etablierung einer typischen Feuchtheide ist auf einigen Standorten nach der Fällung von Gehölzen ein Entfernen der Stubben und Abschieben des Oberbodens erforderlich. Damit werden geeignete Bedingungen für die Heide geschaffen werden. Nach den oben genannten Vorarbeiten werden gegebenenfalls auf einem Teil der potentiellen Heidestandorte Einsaaten durchgeführt. Dies erfolgt durch Eintrag von Plaggen (ausgestochene Heidebereiche) aus noch intakten Heideflächen oder durch Einsaat von geeignetem Saatgut (z.B. durch Heusaat). Oft stellt sich der erhoffte Zustand aber auch von selbst ein, da die im Boden vorhandenen Samen Jahrzehnte keimfähig bleiben.

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Wiedervernässung

 

Zur Wiederherstellung günstiger Wasserhaushalte für die Regeneration von Feuchtheiden, Wiesenknopf-Wiesen sowie von Feucht- und Nasswäldern werden in mehreren Bereichen entsprechende Maßnahmen (Schließen von Gräben oder Entfernen von Drainagen) vorgesehen. Speziell zur Förderung der Ameisenbläulinge ist die Ausweitung von Wiesenknopf-Wiesen in Bachtälern erforderlich. Entscheidend ist dazu ein geeigneter Wasserhaushalt. Ein angepasstes Wassermanagement ermöglicht das Wachstum des Wiesenknopfes, gute Habitatbedingungen für Knotenameisen und die erforderliche Biotoppflege. Eine Rekultivierung (beispielsweise durch Reaktivierung von Gräben) wird daher im Einzelfall die Voraussetzung für die Ansiedlung der Bläulinge darstellen.

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Einsaat von Grünland ( soweit möglich mit Regiosaatgut)

 

Je nach Verarmungsgrad bzw. dem Einwanderungspotenzial von Nachbarflächen ist die Aussaat von Pflanzensamen aus Regionalsaatgut zur Entwicklung von artenreichem Grünland sinnvoll. Zudem ist bei der Neuanlage von Obstwiesen auf vormals nicht als Grünland genutzten Flächen eine Einsaat erforderlich. Im Zusammenhang mit den Ameisenbläulingen ist auch eine gezielte Anpflanzung des Großen Wiesenknopfes  denkbar. Bei den Einsaaten werden das Heudruschverfahren oder die Neuansaat unter Verwendung von Regiosaatgut bevorzugt. Regiosaatgut aus dem Rheinland wird gezielt über die Biologische Station Bonn in Zusammenarbeit mit zertifizierten Saatgutbetrieben gewonnen und vermehrt.