Maßnahmen in den Wäldern

 

Das Projektgebiet ist durch vielfältige und abwechlungsreiche Waldbilder gekennzeichnet. sie wollen wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen optimieren.

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Umbau nicht standortgerechter Wälder


Der Umbau von Nadelholz und weiteren nicht standortgerechten Forsten erfolgt entweder sukzessive durch Voranbau (Auflichtung der Bestände und anschließende Unterpflanzung mit Laubbäumen) oder aber durch flächenhaften Einschlag des Bestandes und Neubegründung durch Anpflanzung. Insbesondere in erosionsgefährdeten Hanglagen ist eine sukzessive Umwandlung angebracht. Soweit möglich werden bereits vorhandene, beigemischte Laubbäume genutzt, um mit flankierenden Maßnahmen zu einer Laubwaldbegründung zu gelangen.

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Naturnahe Waldbewirtschaftung, Mittel- und Niederwald


Eine große Zahl von Laubwäldern in den Kerngebieten befindet sich bereits in einem guten ökologischen Zustand. Hier zielen die Maßnahmen auf eine Verstetigung der bisherigen naturschutzorientierten Bewirtschaftung. In manchen Fällen können einzelne Aspekte wie die Schaffung von Alt- und Totholz (s.u.) ergänzt werden.

Insbesondere in den trockenwarmen Hanglagen des Siebengebirges und der in die Sieg entwässernden Talsysteme stocken ehemalige Niederwälder oder ähnlich strukturierte Waldbestände, die für eine Vielzahl von lichtbedürftigen, oft in Säumen vorkommenden Tierarten wie den Mittelspecht oder Schmetterlingsarten von großer Bedeutung sind. Hier soll wieder eine verstärkte Auflichtung der Waldränder vorgenommen werden, und diese Arten gezielt zu fördern. Dabei bleiben zahlreiche großkronige Bäume, vor allem Eichen, auf der Fläche erhalten und bilden einen Schirm für die darunter nachwachsenden Bäume und Sträucher, die aber wieder nach 20-30 Jahren geerntet werden. Da diese Nutzung aber immer nur kleine Flächen betrifft, entsteht eine vielschichtiges Mosaik von Waldbildern, das die Voraussetzung für eine große Artenvielfalt bildet.     

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Erhöhung des Anteils an Totholz, Erhaltung von Alt- und Höhlenbäumen


Eine Erhöhung des Anteils von Alt- und Totholz in naturnah bewirtschafteten Wirtschaftswäldern dient der Förderung der hieran angepassten artenreichen Pflanzen- und Tierwelt, von Horst- und Höhlenbrütern, Fledermäusen, aber auch z.B. den holzzersetzenden Käfern und Pilzen. Dabei wird entweder eine bestimmte Anzahl von Altbäumen in einer Parzelle ausgespart, oder kleinere Baumgruppen oder Teilflächen werden vollständig aus der Nutzung genommen. Im Einzelfall kann auch das Ringeln von Bäumen sinnvoll sein, z.B. von Pappeln in schwer erschließbaren Siefen.

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Prozessschutz


Beim Prozessschutz handelt es sich um einen Verzicht auf die forstwirtschaftliche Nutzung. Hierzu hat das Land NRW bereits im Jahre 2009 mit dem VVS (Verschönerungsverein für das Siebengebirge e.V.) einen Vertrag geschlossen, der die weitgehende Aufgabe der forstlichen Nutzung der VVS-Wälder vorsieht. Weitere Flächen in anderen Bereichen der Kerngebiete sollen im Zuge der Umsetzung der Wildnisstrategie des Landes NRW hinzu kommen. Diese Strategie sieht aber auch vor, dass die Wildnisgebiete mit all ihren Entwicklungen für den Menschen auch erlebbar werden. Sofern also keine sonstigen Gründe entgegenstehen, beispielsweise das Ruhebedürfnis besonders schutzwürdiger Tierarten, kann der Wanderer auch hier auf den ausgewiesenen Wegen weiterhin die Natur genießen. Wildnisgebiete sind deshalb auch nicht gleichzusetzen mit den großflächigen Nationalparks, in denen regelmäßig 75% und mehr der Fläche langfristig von jeglicher Bewirtschaftung ausgenommen wird und ausgedehnte Ruhezonen für die Tierwelt eingerichtet werden.

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Bekämpfung von Robinie und Götterbaum auf Wald-Sonderstandorten


Die Robinie ist insbesondere in den trocken-warmen Lagen des Siebengebirges zu finden, dringt jedoch auch bis in die Standorte des Waldmeister-Buchenwaldes vor. Hingegen ist der Götterbaum bisher auf einzelne Felsbereiche beschränkt. Beide Arten besiedeln also potentiell besonders artenreiche und seltene Offenlandflächen bzw. Wald-Sonderstandorte; besonders problematisch ist dabei die Fähigkeit der Robinie, durch Fixierung des Luftstickstoffs eine Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) des Standortes einzuleiten. Hinzu kommt, dass die Ausbreitung auch durch Wurzelbrut und Stockausschlag erfolgt. Die Maßnahmen zur Freihaltung der Flächen (vor allem die  Rodung und der Abtransport des Holzes) sind aufgrund der oft steilen Hanglagen und des Blockschutt-Untergrundes sehr aufwendig.

Erstaufforstungen sowie Neuanlage von Hecken und Gebüschen

 

Erstaufforstungen sind z.B. denkbar zur Schaffung von Leitstrukturen für die Wildkatze, Hecken und Gebüsche dienen u.a. als Teillebensraum von Vögeln oder Fledermäusen.