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19.09.16 |

Erstes Treffen der angehenden Obstbaumwarte/-innen

Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreises

Insgesamt 33 Bürger/-innen wollen Obstbaumwart werden

Am Freitag den 16.9.2016 trafen sich erstmals die angehenden Obstbaumwarte und -wartinnen in der Biologischen Station in Eitorf. Die Biologische Station ist Kooperationspartner von chance7 bei der Ausbildung der Obstbaumwarte:

Der Rhein-Sieg-Kreis ist von Boden und Klima her ideal für den Obstanbau. Auch heute noch prägen alte Streuobstwiesen vielerorts die Landschaft. Jedoch sind viele Bestände heutzutage überaltert, schlecht gepflegt und es fehlen neue Nachpflanzungen. Und auch wenn so mancher Obstwiesenbesitzer gerne wieder mehr für den Erhalt seiner Obstbäume tun würde – kaum einer kennt sich heute noch mit dem fachgerechten Obstbaumschnitt aus. Zudem wissen mittlerweile nur noch sehr Wenige etwas über die speziellen Eigenschaften mancher Sorten hinsichtlich dem geeigneten Standort für die Pflanzung der Bäume oder der richtigen Verwendung der Früchte.
chance7 – das Naturschutzprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, möchte dieser „Wissenserosion“ durch die Ausbildung von Obstbaumwarten/-innen nun entgegenwirken und das Wissen darüber wieder in die Bevölkerung tragen. Ralf Badtke, Projektreferent von chance7 freut sich deshalb sehr darüber, dass sich 33 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein-Sieg-Kreis gefunden haben, an dem Kurs zum Obstbaumwart teilzunehmen. Besonders erfreulich ist, dass die beiden Kurse sehr schnell voll waren. „Es gibt sogar bereits eine Warteliste und Anfragen für nächstes Jahr, wo weitere Kurse angeboten werden sollen“, so Badtke weiter.
Die große Nachfrage zeigt, dass das Interesse an Streuobstwiesen und alten Obstsorten wieder allgemein steigt. Denn neben der ökologischen Funktion als Biotop liefern Streuobstwiesen vielseitige und gesunde Lebensmittel jenseits der geschmacklichen Gleichförmigkeit aus dem Supermarktregal. Zudem steigern Streuobstwiesen die Vielfalt der Landschaft und gelten gemeinhin als ein Stück Heimat.

Die Teilnehmer an der Ausbildung sind „ein ziemlich bunter Haufen“ erläutert Badtke weiter. Da sind Leute aus Heimat- und Dorfvereinen genauso dabei wie Leute mit eigenen Obstwiesen. Einige sind Imker oder Mitglieder von Verbänden und Initiativen und manche möchten sich einfach einen Ausgleich zu ihrem Job am Computer schaffen. 

Ralf Badtke freut es besonders, dass die Biologische Station in Eitorf als Kooperationspartner  für die Obstbaumwart-Ausbildung gewonnen werden konnte. Neben idealen Räumlichkeiten für die Ausbildung sitzt in der Bio-logischen Station bereits eine ganze Menge „Know-How“. So ist die Biolo-gische Station seit vielen Jahren im Streuobstschutz sehr aktiv, pflegt ei-gene Obstwiesen und hat ein Versaftungsprojekt ins Leben gerufen. Barbara Boullion von der Biologischen Station ist zudem eine weithin anerkannte und  ausgewiesene Expertin was seltene Obstsorten angeht. 

Die Ausbildung dauert bis zum Sommer 2017 und umfasst insgesamt 65 Stunden. „Alle Teilnehmer bekommen von uns eine sehr breite und praxisorientierte Ausbildung“ erläutert Barbara Boullion. Die Inhalte reichen von der Pflanzung und dem Schnitt von Jung- und Altbäumen über Sortenkunde, Krankheiten, biologischen Pflanzenschutz bis zum Veredeln und Pfropfen sowie über Verwendungs- und Vermarktungsmöglichkeiten des Obstes bis hin zur Obstwiesenpädagogik.

Ralf Badtke und Barbara Boullion hoffen, dass es mit den Obstbaumwarten zukünftig wieder gelingen wird für alle Fragen von Bürgern rund ums Streuobst einen Stamm von fachkundigen, engagierten Ansprechpartnern im Rhein-Sieg-Kreis zu etablieren. Zudem hoffen wir, dass auch Pflege- und Vermarktungskonzepte gemeinsam mit den Obstbaumwarten weiter-entwickelt werden können.
„Wir denken auch über die Gründung eines Vereins nach, aber es wird sich noch zeigen wie sich das genau entwickeln wird“, so Badtke und Boullion weiter.

Im Juli 2017 ist die Ausbildung der Obstbaumwarte dann abgeschlossen. Obstwiesenbesitzer die dann gerne die Beratung eines Obstbaumwarts in Anspruch nehmen wollen, können sich dann bei chance7 oder der Biologi-schen Station in Eitorf erkundigen. Interessenten für die nachfolgende Obstbaumwartausbildung im Jahr 2017/18 können sich schon jetzt bei Herrn Badtke vom Naturschutzprojekt chance7 informieren.