27.03.17 |

Ausbildung der Obstbaumwarte

Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreises

32 Obstbaumwarte erlernen den Obstbaumschnitt

Streuobstwiesen sind Heimat und regionale Identität. Sie bereichern optisch die Landschaft und stellen ein Biotop für viele Tier- und Pflanzenarten dar. Doch leider geht ihre Zahl immer weiter zurück und das Wissen über die besonderen Qualitäten der Früchte und die Pflege der Bäume verloren.

 

Hier hat das große Naturschutzprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, chance7, angesetzt und schult derzeit 32 Obstbaumwartinnen und –warte für den Rhein-Sieg-Kreis. „Ohne große Werbung haben wir schnell unsere beiden Kurse besetzt gehabt und es ist toll, zu sehen, wie das Interesse am Erhalt der alten Obstwiesen wieder steigt“, freut sich Ralf Badtke Projektreferent von chance7. Ein buntes Trüppchen ist da zusammengekommen – von Vorsitzenden der Dorfvereine über ausgebildete Gärtner bis hin zu Imkern oder Mitgliedern von Naturschutzvereinen.

 

Im Rahmen der insgesamt 9-tägigen Schulung lernen die Männer und Frauen alles Wissenswerte rund um die Streuobstwiesen und ihre Früchte. Dieses Mal war die Praxis dran! Auf einer Streuobstwiese der Biologischen Station in Eitorf, die Kooperationspartnerin im chnace7-Projekt ist, wurde der Schnitt der Obstbäume eingeübt.

 

Denn der richtige Schnitt ist das A und O! „Er ist wichtig für den Wuchs, den Erhalt der Baumgesundheit und dient Verbesserung der Fruchtqualität“, erläutert Kursleiterin Ursula Gerke. Es geht sogar so weit, dass ein unsachgemäßer Schnitt sich negativ auf den Baum und seinen Fruchtertrag auswirkt.

 

Wenn ihre Ausbildung im Juli abgeschlossen ist, werden die Obstbaumwartinnen und –warte eine Vielzahl an Aufgaben wahrnehmen: Beratungen für Obstwiesenbesitzer anbieten, 1-Tages-Schnittkurse durchführen, Obstbäume schneiden und nachpflanzen, Führungen und Wanderungen anbieten und auch die Vermarktungsmöglichkeiten für das anfallende Obst voranbringen. Denn entgegen der landläufigen Meinung, dass sich auf Obstwiesen nur Mostobst finden würde, gibt es dort auch zahlreiche Sorten, die nicht nur aromatischer schmecken als die Supermarktäpfel, sie verfügen aufgrund ihrer Naturbelassenheit sogar über besondere Eigenschaften. So können z.B. viele alte Sorten aufgrund ihres hohen Gehalts an natürlichen Polyphenolen von Apfelallergikern problemlos gegessen werden.

 

Auch im nächsten Jahr wird chance7 wieder Kurse zur Ausbildung weiterer Obstbaumwartinnen und -warte anbieten. Nähere Informationen dazu bei Ralf Badtke, ralf.badtke@rhein-sieg-kreis.de, 02241-132360