Chance7 - Die Fördermöglichkeiten

 

So wollen wir das Projekt gemeinsam mit Ihnen umsetzen

 

A) Erwerb und Tausch von Flächen

 

Das Förderprogramm chance.natur will die Natur in den geförderten Gebieten dauerhaft schützen und Möglichkeiten für ihre langfristige Entwicklung gewährleisten. Anders als die meisten sonstigen Förderprogramme der EU und der Länder hat der Bund den Grunderwerb, also den gezielten Ankauf von Flächen, daher als vorrangiges und besonders geeignetes Instrument der Sicherung in seine Förderung aufgenommen. Dies ist auch verständlich, weil auf diese Weise der Projektträger uneingeschränkt auf die Flächen zugreifen und diese entwickeln kann.

 

Im Rahmen von chance7 sollen Flächen insbesondere dann angekauft werden, wenn es z.B. aufgrund von Kleinstbesitz, von Mehrfachbesitz (Erbengemeinschaften) oder wegen des Verkaufsinteresses des Eigentümers angezeigt erscheint und die Flächen für das Projekt eine besondere Bedeutung haben. Auch können geplante Maßnahmen, die die weitere Nutzung für den bisherigen Eigentümer unwirtschaftlich erscheinen lassen, dazu führen, dass ein Verkauf oder Tausch die optimale Lösung darstellt. Das anzukaufende Grundstück muss in jedem Fall innerhalb eines Kerngebietes liegen, Tauschflächen können auch außerhalb erworben werden. Bei den Kaufpreisen darf das ortsübliche Preisniveau nicht überschritten werden.

 

Um den Grunderwerb zu erleichtern und Möglichkeiten des Flächentausches zu schaffen, hat der Rhein-Sieg-Kreis bei der Bezirksregierung Köln die Durchführung eines Flurbereinigungsverfahrens chance.natur I beantragt. Einzelheiten dieses Verfahrens finden Sie auf der hierzu eingerichteten Homepage der Bezirksregierung Köln

 

Grunderwerb erfolgt nur durch den Rhein-Sieg-Kreis, der für die grundbuchliche Sicherung der Naturschutzziele und die langfristige Pflege der in sein Eigentum übergehenden Flächen sorgt.

 

 

Besteht jedoch seitens des Grundeigentümers keine Verkaufsbereitschaft, wohl aber ein Interesse, das Grundstück für Maßnahmen von chance7 bereitzustellen, gibt es weitere Förderoptionen:

 

B) Langfristige Pacht

 

Zum einen besteht die Möglichekeit der langfristigen Anpachtung von Grundstücken. Dabei werden vertragliche Regelungen mit einer Laufzeit von 30 und mehr Jahren angeboten. Der Pachtzins wird noch während der Laufzeit des Projektes, im Regelfall in kapitalisierter Form, ausbezahlt, das heißt: als über die Vertragslaufzeit abgezinste Einmalzahlung. Der Eigentümer stellt im Wege dieses Pachtvertrages das Grundstück für die Durchführung von Maßnahmen zur Verfügung, übernimmt diese aber nicht selbst, sondern überlässt dies dem Projetträger.

 

C) Langfristige Ausgleichszahlungen

 

Die langfristige Pacht wird oft gekoppelt an die Zahlung von Ausgleichsbeträgen.
Diese werden für entgangenen Gewinn während der Dauer der Nutzung durch den Naturschutz gezahlt. Dies gilt immer dann, wenn der Eigentümer auch gleichzeitig Bewirtschafter der Flächen ist und man sich vertraglich z.B. auf eine extensive Bewirtschaftung von Grünland oder eine andere Einschränkung der Nutzung verständigt hat. Dabei gelten die gleichen Bedingungen wie für die Pacht.

 

In beiden Fällen ist eine grundbuchliche Absicherung erforderlich, auch ist für den Projektträger ein Vorkaufsrecht einzuräumen.

 

D) Massnahmenumsetzung auf vertraglicher Basis

 

Wichtiger Baustein in der Projektumsetzung ist natürlich die Durchführung der geplanten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen (in der Förderrichtline als  biotopeinrichtende und –lenkende Maßnahmen benannt), die im Kapitel Maßnahmen ausführlich beschrieben werden. Auf Flächen Dritter soll dies auf vertraglicher Basis geschehen. Auch hier gilt, dass diese langfristig angelegt sein müssen, um für beide Seiten und natürlich die Natur eine verlässliche Perspektive zu bieten.   

Auf der Grundlage von vertraglichen Vereinbarungen ist bspw. die Pflanzung und Pflege von Obstbäumen möglich. chance7 übernimmt hierbei komplett die Kosten für Pflanzung, Baumschnitt und nötige Verbisschutzmaßnahmen gegen Weidevieh.

In den Genuss der Förderung  können insbesondere alle Privatpersonen oder Kommunen (letztere mit Ausnahme des Grunderwerbs) kommen, wenn sie Grundbesitzer oder Nutzer von Grundstücken sind, die sich für fachliche Maßnahmen im Rahmen von chance7 eignen. Auch Personen oder Organisationen, die Pflegemaßnahmen übernehmen, können Förderempfänger sein.

 

 

Chance7 ist ein Förderprogramm, das davon lebt, dass Sie für die Projektziele gewonnen werden und dabei mitwirken. Unser Förderkonzept, der Pflege- und Entwicklungsplan, ist ein reiner Fach- und Angebotsplan, der, anders als Flächennutzungs- oder Landschaftspläne, keine Rechtsverbindlichkeit entfaltet.

 

Für die Mitwirkung am Projekt gilt deshalb grundsätzlich das Freiwilligkeitsprinzip. Sie entscheiden selbst, ob Sie unsere Förderangebote annehmen.