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Druckdatum: 16. Juni 2019 - 09:10 Uhr
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Fragen und Antworten rund um das Projekt chance7 

 

Was bedeutet eigentlich „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“?

Welche generelle Vorgehensweise zeichnet „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ aus?

Wie werden chance.natur-Projekte durchgeführt?

Was bedeuten die Begriffe Kerngebiet und Projektgebiet?

Auf welcher Basis erfolgt die Umsetzung der geplanten Maßnahmen?

Werden Flächenstilllegungen gefördert?

Welche Maßnahmen können beispielsweise gefördert werden?

Wie hoch ist die Förderung, und sind Eigenleistungen der Fördergeldempfänger notwendig?

Welche Rolle spielt der Vertragsnaturschutz im Projekt?

Ist eine Mehrfachförderung auch aus anderen Töpfen möglich?

Müssen die Kerngebiete des Projektes als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden?

Ist in Kerngebieten jegliche Nutzung untersagt?

Welche Auswirkungen auf den Erholungswert der Landschaft erwartet der Rhein-Sieg-Kreis?

Auf welcher rechtlichen Grundlage erfolgen die Kartierungen zum Projekt?

Im Zusammenhang mit chance.natur wird immer wieder der Begriff „Wildnisgebiet“ genannt. Was hat es damit auf sich?

Wie wird der Rhein-Sieg-Kreis die Projektziele auch über das Jahr 2023 hinaus nachhaltig sichern?

Wie werden die Kommunen in das Projekt eingebunden?

Wie kann ich mich in das Projekt einbringen?

Wie soll chance7 in der Region konkret umgesetzt werden?

In den Projektinformationen ist auch die Rede von der Einleitung von Bodenordnungsverfahren. Was hat es damit auf sich?

Wo erhalte ich weitere Informationen zum Förderprogramm chance.natur?

Was bedeutet eigentlich „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“?

 

Wie der Titel bereits besagt, handelt es sich um eine Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege mit Mitteln des Bundes. Das Programm wurde 1979 von der damaligen Bundesregierung ins Leben gerufen, um für Deutschland typische, herausragende und repräsentative Natur- und Kulturlandschaften mit ihren bedeutenden Vorkommen von Arten und Lebensräumen auf Dauer zu erhalten und zu entwickeln. Der ursprüngliche Titel des Förderprogramms („Förderung der Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung einschließlich der Förderung von Gewässerrandstreifen“) wurde 2008 in „chance.natur- Bundesförderung Naturschutz“ umbenannt. 

 

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Welche generelle Vorgehensweise zeichnet „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ aus?

 

Die wichtigsten Adressaten des Förderprogramms sind  Grundeigentümer, Pächter oder Nutzer von Flächen. Ihnen werden Vorschläge für die naturschutzgerechte Entwicklung oder Pflege von Flächen unterbreitet. Beispiele hierfür sind der Umbau von Nadel- in Laubwald, die extensive Bewirtschaftung von Grünland oder Äckern, die Pfleg von Streuobstwiesen oder auch wasserbauliche Maßnahmen. Auch die Nutzungsaufgabe z.B. einzelner Waldflächen kann ein Vorschlag sein. Die Umsetzung ist stets freiwillig und wird in der Regel vertraglich vereinbart. Im Regelfall führt der Projektträger die Maßnahmen selbst durch, aber auch die Umsetzung durch die Vertragspartner selbst ist bei entsprechender Fachkunde denkbar. Langfristige Anpachtungen von Grundstücken oder Ertragsausfälle, die sich aus der vertraglich vereinbarten Maßnahme ergeben, werden entschädigt. Es besteht auch die Gelegenheit zum Verkauf des Grundstücks oder auch, dieses mit einem gleichwertigen Grundstück außerhalb der Fördergebietskulisse zu tauschen.

 

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Wie werden chance.natur-Projekte durchgeführt?

 

Seit einigen Jahren läuft die chance.natur-Förderung in zwei Phasen ab. In der Planungsphase, dem so genannten Projekt I, wird von einem beauftragten Fachbüro ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. In diesem erfolgt zunächst eine gründliche Bestandsaufnahme der besonders wertvollen Pflanzen- und Tierarten und Lebensräume. Daraus ergeben sich regionale Ziele für die Pflege und Entwicklung der Landschaft und schließlich Vorschläge für Fördermaßnahmen auf einzelnen Flächen. Dieser Planungsprozess, der unter Beteiligung aller Akteure in der Region und der Öffentlichkeit erfolgte und von einem professionellen Moderationsbüro begleitet wurde, dauerte bei chance7 von 2011 bis 2014.
In die Planung integriert wurde auch eine sozioökonomische Analyse, die die möglichen Auswirkungen der vorgeschlagenen Maßnahmen zum Beispiel auf die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in der Region prüfte und bei absehbaren Problemen, zum Beispiel im betrieblichen Bereich, unmittelbar Lösungsvorschläge erarbeitete.
Ziel der Pflege- und Entwicklungsplanung war die Schaffung einer breiten Akzeptanz des Projekts in der Region, denn es ist als Förderangebot auf das Interesse und die Mitwirkung von Grundeigentümern, Pächtern oder Bewirtschaftern sowie Institutionen und Vereinen angewiesen.
Danach schließt sich nun seit Frühjahr 2015 die Umsetzungsphase an, Projekt II genannt. In dieser werden dann die einvernehmlich vereinbarten und bewilligten Fördermaßnahmen nach und nach umgesetzt.

 

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Auf welcher Basis erfolgt die Umsetzung der geplanten Maßnahmen?

 

Chance.natur ist – anders als die aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes oder des Landschaftsgesetzes erlassenen Verordnungen - kein ordnungsbehördliches Schutzinstrument, sondern ausschließlich ein Förderprogramm. Die Teilnahme von Flächeneigentümern und Bewirtschaftern an dem Projekt, also die Umsetzung von Maßnahmen, ist freiwillig. So sind die Gespräche, die Mitarbeiter des Projektbüros mit den Flächeneigentümern und –bewirtschaftern führen, ein wesentlicher Bestandteil der Umsetzung.

 

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Werden Flächenstilllegungen gefördert?

 

Der Verzicht auf Nutzung kommt vorrangig in Waldgebieten in Betracht. Wenn sich Waldbesitzer mit geeignetem Baumbestand für eine solche dauerhafte Maßnahme interessieren, kann diese über das Projekt gefördert werden. Darüber hinaus sind auch im Grünland kleinflächige Nutzungsaufgaben denkbar, beispielsweise aus Gründen des Artenschutzes. Im Regelfall aber erfordern Offenlandbiotope eine regelmäßige naturschutzorientierte Bewirtschaftung.

 

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Welche Maßnahmen können beispielsweise gefördert werden?

 

Der Pflege- und Entwicklungsplan hat eine Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen erarbeitet. Sie sollen je nach Lebensraum und Arten, für deren Erhalt und Entwicklung sie geplant sind, als Angebotspaket ausgearbeitet werden.
Für den Wald geht es vor allem um solche Maßnahmen, die den Erhalt oder die Schaffung naturnaher Wälder mit den hieran gebundenen Tiergruppen zum Ziel haben. Hierzu gehören:
- Die Umbestockung von Nadel- in Laubholzflächen,
- die Gestaltung von Waldrändern,
- die Förderung von Alt- und Totholz,
- in Einzelfällen auch die Wiederaufnahme einer historischen Waldbewirtschaftung, zum Beispiel als Niederwald, oder
- die Stilllegung einzelner Bestände.
Auch die Umwandlung von Wäldern in schutzwürdiges Grünland wie Heide oder Borstgrasrasen wird gefördert, wenn sich dies aus den fachlichen Zielen für das Fördergebiet ergibt und gesetzliche Regelungen nicht entgegen stehen.

 

Im landwirtschaftlichen Bereich zielen die geplanten Maßnahmen vor allem darauf ab, artenreiches Offenland zu erhalten oder neu zu schaffen, denn bunte Wiesen und Weiden beherbergen eben auch eine große Zahl daran angepasster Tierarten. Außerdem sollen Obstwiesen mit ihrem enormen Potenzial an historischen Obstsorten gefördert werden. Daneben können auch weitere Einzelmaßnahmen wie die Anlage von Kleingewässern im Grünland, die Anlage von Hecken und Feldgehölzen oder die Pflege von Sonderbiotopen vereinbart werden.

 

Die vorgenannten Maßnahmenvorschläge werden durch viele weitere ergänzt, beispielsweise im Bereich der Still- und Fließgewässer oder zur Verbesserung der Lebensräume gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

 

Grunderwerb wird ebefalls gefördert.

 


Anders als beim klassischen Vertragsnaturschutz, den viele Landwirte bereits vom Kulturlandschaftsprogramm des Kreises her kennen, sollen die bei chance.natur getroffenen vertraglichen Vereinbarungen mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern langfristiger Natur sein. So werden Mindestlaufzeiten von etwa 30 Jahren angestrebt, um die Maßnahmen auch nachhaltig zu sichern. 

 

 

 

 

 

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Wie hoch ist die Förderung, und sind Eigenleistungen der Fördergeldempfänger notwendig?

 

Die Höhe der Förderung ist natürlich von der einzelnen Maßnahme und den damit verbunden Dienstleistungen beziehungsweise Nutzungseinschränkungen abhängig. Daher können konkrete Aussagen hierzu nur für den konkreten Einzelfall getroffen werden. In jedem Fall erfolgt eine 100%ige Kostendeckung und –übernahme durch das Projekt. Eigenanteile sind bei dieser Förderung nicht zu erbringen. Damit stellen die chance.natur-Projekte attraktive Angebote dar, die sich von den üblichen Förderangeboten im Naturschutz beziehungsweise bei der forstlichen Förderung unterscheiden.

 

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Welche Rolle spielt der Vertragsnaturschutz im Projekt?

 

Über den bisher im Rhein-Sieg-Kreis praktizierten und von der EU kofinanzierten Vertragsnaturschutz werden bestimmte aktive Pflegeleistungen in der Landschaft finanziert. Der Vertragsnaturschutz ist unverzichtbarer Bestandteil der Landschaftspflege geworden, da ohne finanzielle Unterstützung insbesondere der Landwirte die Pflege von ökologisch hochwertigen Kulturlandschaftsbiotopen nicht mehr wirtschaftlich vertretbar geleistet werden könnte. Deshalb ist der Vertragsnaturschutz auch bis in die EU-Agrarpolitik hinein verankert. Der Vertragsnaturschutz stellt eine seit beinahe 30 Jahren etablierte und in der gesamten EU anerkannte Säule des Naturschutzes dar, die für den Rhein-Sieg-Kreis und die hier wirtschaftenden Betriebe auch weiterhin von großer Bedeutung sein wird.

 


Das Projekt „chance7“ soll die bisher etablierten Angebote des klassischen Vertragsnaturschutzes durch zusätzliche eigenständige Bausteine der chance.natur-Förderung erweitern und dabei insbesondere auch den Abschluss langfristiger Verträge ermöglichen. Die Auszahlung der Vergütung erfolgt dabei im Regelfall als kapitalisierter Betrag noch während der Laufzeit des Projektes. 

 

 

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Ist eine Mehrfachförderung auch aus anderen Töpfen möglich?

 

Doppelförderungen sind wie bei allen Förderprogrammen nicht möglich, flankierende Förderungen aber ausdrücklich erwünscht. Dabei wird versucht, Synergieeffekte zu erreichen, zum Beispiel bei Maßnahmen der Wasserwirtschaft oder bei der Planung von Ausgleichsmaßnahmen. Hierdurch soll erreicht werden, dass die zentralen Flächen des Naturschutzes eine optimale Aufwertung und Entwicklung genießen, hochproduktive Flächen für die Land- und Forstwirtschaft aber weiterhin konventionell bewirtschaftet werden können. 

 

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Muss die gesamte Fördergebietskulisse als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden?

 

Wie bereits dargelegt, sind die für die Teilnahme am Bundesförderprogramm geltenden Voraussetzungen anspruchsvoll. Für die Förderer ist es von großer Bedeutung, dass die über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren investierten Fördermittel auch langfristig greifen und entsprechend abgesichert sind. Wie bei allen staatlichen Fördermitteln ist der Einsatz der Steuergelder daran gebunden, sie auch dem Zweck entsprechend einzusetzen – dazu sind geeignete Sicherheiten erforderlich. Diese Sicherheiten sollen gewährleisten, dass auch Förderungen ausgezahlt werden können, deren Wirkungen über das Projektende hinaus reichen.

 


Bei der Wahl der Sicherheiten stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Ein klassisches Instrument der Sicherung größerer zusammenhängender und naturschutzfachlich hochwertiger Flächen ist die Ausweisung als Naturschutzgebiet. Wenn aber nur punktuelle Maßnahmen umgesetzt werden sollen (etwa bei der Anlage eines Kleingewässers in einer ansonsten konventionell weiter zu bewirtschaftenden Umgebung), dann kommen eher vertragliche Regelungen in Betracht.

 


Die Fördergeldgeber gehen bei allen chance.natur-Projekten davon aus, dass sich bei Projektende eine gegenüber der Ausgangssitaution erweiterte Naturschutzgebietskulisse ergibt. Bis zum Projektabschluss sollen insofern auf weiteren zusammenhängenden Flächen die Voraussetzungen für die Ausweisung als Naturschutzgebiet geschaffen werden. Dies wird aber von der konkreten Umsetzung abhängig sein, die ja mit den Eigentümern und Bewirtschaftern vorab einvernehmlich vereinbart wird.Dabei wird auch geprüft werden, inwieweit gegebenenfalls alternative Instrumente der Sicherung Anwendung finden können.

 

Die Ausweisung von Schutzgebieten erfolgt konkret durch die Bezirksregierung Köln, die als Höhere Landschaftsbehörde ordnungsbehördliche Verordnungen zum Schutz von Landschaftsteilen erlässt, oder durch den Rhein-Sieg-Kreis selbst, sofern er wie in Hennef und einigen anderen Kommunen einen Landschaftsplan aufstellt und als kommunale Satzung verabschiedet.

 

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Sind in der Fördergebietskulisse jegliche Nutzungen untersagt, die den Zielen des Projektes widersprechen??

 

Nein, aber mit Hilfe des Förderinstrumentariums von chance7 soll es auf möglichst großere Fläche erreicht werden, dass keine Zielkonflikte zwischen dem Naturschutz und sonstigen Nutzungen und Anforderungen an das Gebiet entstehen.
„Kerngebiete“, also Teilräume der Fördergebietskulisse von chance7, sind nicht zu verwechseln mit „Kernzonen“ in Großschutzgebieten (Nationalpark, Biosphärenreservat). Dennoch werden in den Kerngebieten anspruchsvolle Naturschutzziele verfolgt, die in den Förderbescheiden in Abstimmung mit den Projektträgern und den jeweiligen Bundesländern festgelegt und in den einzelnen Fördermaßnahmen umgesetzt werden. 

 

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Welche Auswirkungen auf den Erholungswert der Landschaft erwartet der Rhein-Sieg-Kreis?

 

Der Rhein-Sieg-Kreis möchte den Bürgerinnen und Bürgern die Projektinhalte und Maßnahmen auch vor Ort vorstellen, ähnlich den im Rahmen der Regionale 2010 angewandten Informationsformaten. Die Bedeutung der landschaftsbezogenen Erholung im Nahbereich nimmt immer weiter zu. Es besteht daher die Möglichkeit, in landschaftlich attraktiven Regionen des Kreisgebietes neue Impulse für die Erholung zu geben, neue Angebote zu entwickeln und die einzelnen Bausteine des Projektes allen Interessenten und Besuchern nahe zu bringen.

 

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Im Zusammenhang mit chance.natur wird immer wieder der Begriff „Wildnisgebiet“ genannt. Was hat es damit auf sich?

 

Wildnisgebiete sind im Regelfall größere zusammenhängende Waldflächen, in denen die Nutzung – ggfls. nach einer Übergangsphase- dauerhaft aufgegeben wird. Die Natur soll hier sich selbst überlassen bleiben und so wenig wie möglich durch menschliches Handeln gestört werden. Innerhalb der Kulisse von chance7 hat der Verschönerungsverein für das Siebengebirge auf einer Fläche von mehr als 500 ha die Weichen für eine solche Wildnisentwicklung gestellt. Das Land NRW hat im Rahmen der Wildnisinitiative NRW weitere landeseigene Waldflächen von der Nutzung ausgenommen, ebenso die NRW-Stiftung. Chance7 wird weitere Waldflächen für die weitgehend ungestörte Entwicklung erwerben oder vertraglich sichern.

 


Dabei bleiben die Flächen aber grundsätzlich erlebbar, denn die in diesen Flächen stattfindenden Entwicklungen vom langsamen Absterben von Uraltbäumen bis hin zur Naturverjüngung von Wäldern sollen gerade in unserem Siedlungsrandbereich anschaulich dargestellt werden. Eben: Wildnis erfahren und erleben!
Wenn Sie weitergehende Informationen zum Thema Wildnis erhalten wollen, nutzen Sie die nachfolgenden Internet-links des Bundes und des Landes:
http://www.bfn.de/0311_wildnis.html 
http://www.umwelt.nrw.de/naturschutz/schutzgebiete/wildnisgebiete/index.php 

 

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Wie wird der Rhein-Sieg-Kreis die Projektziele langfristig sichern?

 

Alle Projektträger verpflichten sich mit Beginn der Förderung dazu, das Erreichte auch über die Laufzeit der Projekte hinaus zu sichern. Dies wird unter Einsatz der bekannten Naturschutzinstrumente wie dem Vertragsnaturschutz und sowie Biotopentwicklungsmaßnahmen erfolgen. Zahlreiche Maßnahmen im chance7-Projekt selbst werden aber schon mittel- bis langfristig angelegt und Laufzeiten von 30 und mehr Jahren haben. 

 

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Wie werden die Kommunen in das Projekt eingebunden?

 

Der Rhein-Sieg-Kreis und die beteiligten Kommunen haben ihre Zusammenarbeit im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung geregelt. Diese sieht über die Abwicklung der Projektfinanzierung hinaus einen ständigen Informationsaustausch zu allen wichtigen Themen vor, die die Belange der Kommunen im Projekt betreffen. Das Projektbüro wird für die Transparenz der Planungen sorgen und wie bisher Zwischenstände auch in den politischen Gremien der Kommunen vorstellen.

 

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Wie soll chance7 in der Region konkret umgesetzt werden?

 

Das Förderprogramm sieht hierzu grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten vor:


Grunderwerb - gezielter Ankauf von Flächen
Flächen sollen dann angekauft werden, wenn es z.B. aufgrund von Kleinstbesitz, von Mehrfachbesitz (Erbengemeinschaften) oder wegen des Verkaufsinteresses des Eigentümers angezeigt erscheint und die Flächen für das Projekt eine besondere Bedeutung haben. Das Grundstück muss innerhalb eines Kerngebietes liegen, Tauschflächen können auch außerhalb der Fördergebietskulisse erworben werden.
Bei den Kaufpreisen darf das ortsübliche Preisniveau nicht überschritten werden.

 

Langfristige Anpachtung von Grundstücken

Dabei werden vertragliche Regelungen mit einer Laufzeit von 30 und mehr Jahren angeboten und der Pachtzins noch während der Laufzeit des Projektes in kapitalisierter Form ausbezahlt, das heißt: als über die Vertragslaufzeit abgezinste Einmalzahlung. Die langfristige Pacht wird oft gekoppelt an die

 


Zahlung von Ausgleichsbeträgen

Diese werden für entgangenen Gewinn während der Dauer der Nutzung durch den Naturschutz gezahlt. Dabei gelten die gleichen Bedingungen wie für die Pacht.


Durchführung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen


So genannte biotopeinrichtende und –lenkende Maßnahmen


Förderungsempfänger können insbesondere alle Privatpersonen oder Kommunen (mit Ausnahme des Grunderwerbs) sein, wenn sie Grundbesitzer, Pächter oder Nutzer von Grundstücken sind, die sich für fachliche Maßnahmen im Rahmen des Projektes eignen. Auch Personen oder Organisationen, die Pflegemaßnahmen übernehmen, können Förderungsempfänger sein. Grunderwerb erfolgt nur durch den Rhein-Sieg-Kreis, der für die grundbuchliche Sicherung der Naturschutzziele sorgt.

 

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In den Projektinformationen ist auch die Rede von der Einleitung von Bodenordnungsverfahren. Was hat es damit auf sich?

 

Maßnahmen der Bodenordnung sollen dazu dienen, die Umsetzung des Projektes zu erleichtern oder sogar erst einmal zu ermöglichen. In Teilen der Kerngebiete bestehen z.B. weitgehend ungeklärte Eigentumsverhältnisse mit einem starken Splitterbesitz. Viele Grundstücke sind dort nur wenige hundert Quadratmeter groß und haben 10 oder mehr Eigentümer. Hier kann die Flurbereinigung helfen, eine Neuordnung herbeizuführen und damit die Voraussetzung zur Umsetzung von Maßnahmen zu schaffen.

 


Durch die Flurbereinigung können sich aber auch für die in der Region wirtschaftenden land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Verbesserungen ergeben beispielsweise durch Änderung des Flächenzuschnitts.

 

Für die Grundeigentümer ergeben sich aus der Hinzuziehung zu einer Flurbereinigung keine Kosten, zum Beispiel für Neuvermessungen oder bei grundbuchlichen Änderungen.

 

Auf Antrag des Rhein-Sieg-Kreises hat die Bezirksregierung Köln 2015 ein erstes Flurbereinigungsverfahren Chance.Natur I eingeleitet. Informationen dazu erhalten Sie hier.

 

 

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Wo erhalte ich weitere Informationen zum Förderprogramm chance.natur?

 

Das Förderprojekt „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“ innerhalb des Programms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ ist nicht das einzige dieser Art. Das Programm hat bereits mehr als 70 Projekte gefördert, so dass es sehr viele weitere, allgemein zugängliche grundlegende Informationen rund um das Förderprogramm gibt, insbesondere auf den Internet-Seiten des Bundesamtes für Naturschutz. Den Link dazu finden Sie unten am Ende dieser Seite. Klicken Sie dort auf das Logo "chance.natur".

Weitere Auskünfte erteilen auch gerne die MitarbeiterInnen von chance7, deren Kontaktdaten Sie hier erhalten.


  

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